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Wie soll ein Kommunist sein? - Kollontai

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Wie soll ein Kommunist sein? – Kollontai

Alexandra Kollontai – Wie soll ein Kommunist sein? Erster Brief an die arbeitende Jugend

Herausgeber: Roter Stern Verlag
Erschienen: Juni 2026
Seiten: 20
Material / Format: DIN A5-Heft mit Rückstichheftung

Vorwort des Verlags:

In diesem Text beschäftigt sich Alexandra Kollontai mit der Frage, was es bedeutet Kommunist:in zu sein. Dies ist der erste von vier Briefen an die arbeitende Jugend, die Alexandra Kollontai 1922/23 als Artikelserie für die Zeitschrift des kommunistischen Jugendverbands der Sowjetunion herausgegeben hat. Sie schrieb diese Briefe in den Jahren nach der erfolgreichen Oktoberrevolution und geht vor allem darauf ein, wie nachdem der revolutionäre Krieg gewonnen war, dann im sozialistischen Aufbau die bürgerlichen Verhaltensweisen und der Egoismus der alten Gesellschaft wieder Einzug gehalten hat. Die Kommunist: innen standen damals vor der Frage, wie man in einer neuen Gesellschaft lebt, deren Regeln sich noch formen und was die eigene Verantwortung darin ist, sie herauszubilden.

Kollontai beschreibt die Bedeutung von Moral und wie diese in vergangenen Gesellschaftsformen der herrschenden Klasse gedient hat – und wie jetzt in der Sowjetunion die Arbeiter:innenklasse und die Kommunist:innen selbst am Zug sind, ihre eigenen Lebensregeln so zu gestalten, dass diese dem Kollektiv dienen und eine zusätzliche Waffe im Kampf für den Aufbau des Sozialismus werden. Das falsche Verständnis, dass es ausreiche, allen formalen Regeln und Vorgaben der Partei zu folgen, um dann überall wo es keine klaren Vorgaben gibt zu handeln, wie es einem beliebt, widerlegt sie dabei und zeigt, dass auch das im Endeffekt nur bürgerliches Verhalten ist. Ebenso geht sie auf eine falsche Trennung von Politik- und Privatleben ein und betont, dass alle Handlungen von Kommunist:innen nicht von den eigenen persönlichen Interessen, sondern von den Interessen und Aufgaben des Kollektivs ausgehen müssen.

Die Situation damals ist natürlich eine sehr andere als unsere heutige. Wir stehen vor anderen politischen Aufgaben, als die Genoss:innen damals und wir haben heute keine kommunistische Partei, die uns führt. Die Frage, was es bedeutet Kommunist:in zu sein, stellen wir uns heute aber genauso wie die Genoss:innen damals und sind im Kapitalismus noch viel stärkeren bürgerlichen Einflüssen ausgesetzt.

Anders als der Titel suggeriert, wird Kollontais Text uns keine fertige Antwort darauf geben und so sollte man diesen auch nicht lesen. Er sollte uns aber dazu ermutigen, diese Fragen in Bezug auf das eigene Leben zu beantworten, uns kritisch zu hinterfragen und uns dabei höhere Ansprüche als Kommunist:innen zu setzen.

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